Geschichte
 

Der Schützenverein Sankt Sebastian
im Wandel der Zeiten

Aus einer Plakette an der alten Königskette ist zu ersehen, daß bereits im Jahre 1613 in Altenlingen eine Schützengemeinschaft bestanden hat.

Um die Heimat gegen Überfälle und Plünderungen zu schützen, schlossen sich in früheren Jahrhunderten die Männer unserer Dörfer zu Schützengemeinschaften zusammen. Wir wissen, dass vor allem im 17. Jahrhundert unsere Heimat unter Plünderungen und Mord zu leiden hatte. Die Schützenbrüder wehrten nicht nur diese Untaten ab, sondern waren auch bereit zu helfen, wenn in anderen Notlagen Hilfe benötigt wurde.

Kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) schenkte Johann Fleminck dem jungen Schützenverein, der als Schützengemeinschaft auf einen vierjährigen Bestand zurückblicken konnte, im Jahre 1617 eine Kette, an der auf einer Plakette zu lesen ist:

Wenn wir vom Jahre 1613 an nicht für jedes Jahr eine Plakette haben, so kann es daran liegen, dass Plaketten verloren gegangen sind, oder, weil in früheren Jahren der König nicht verpflichtet war, eine Plakette zu stiften, keine gekauft wurde.

Für das Jahr 1644 ist eine Plakette mit folgender Aufschrift vorhanden:

1644 J.-Heinrich Pinninck RzBs"
(Regent zu Beversundern)

Adrian Pinninck heiratete im Jahre 1646 Maria Bonkamp, die Erbtochter vom Gute Beversundern, und so kamen die Pinnincks auf dieses Gut.
Auf der alten Kette ist eine Plakette in Form eines Greifvogels, auf der zu lesen ist:
“J. Adrian Pinnink R-z-B-S-D-R  IHP RENO“
Die Jahreszahl fehlt. Es ist anzunehmen, dass Adrian Pinnink kurz nach seiner Heirat im Jahre 1646 König war.

Am 16. April 1912 wurden auf einer Generalversammlung Satzungen beraten und beschlossen. Diese Satzungen wurden mit folgenden Worten eingeleitet:
„Die in Altenlingen von altersher bestehende Schützengesellschaft hat von der Erwägung ausgehend, dass durch eine straffere Organisation die Feier des Schützenfestes gehoben, dem Eindringen fremder Sitten und Gebräuche am besten gewehrt und um die Mitglieder ein festes Band treuer Kameradschaft geschlungen werde, beschlossen, sich zu einem Schützenverein zusammenzuschließen und die folgenden Satzungen anzunehmen."
Die aus 24 Paragraphen bestehende Satzung regelte das Vereinsleben, bis im November 1982 eine neue Satzung erarbeitet und genehmigt wurde.

Am 18. Mai 1913 wurde eine Fahne geweiht, die vom Grafen von Galen gestiftet wurde. Sie wird heute noch im Vereinslokal aufbewahrt. Auf der Fahne sehen wir die Abbildung des heiligen Sebastian und um dieses Bild die Worte: Heiliger Sebastian, Patron der Schützen, bitte für uns.
An der Fahnenweihe nahmen folgende Schützenvereine teil:
Schützenbund Lingen; Luisenburger Schützenverein; die Schützenvereine aus Baccum, Bawinkel, Bramhar, Brögbern, Schepsdorf, Lohne, Nordlohne, Holthausen, Wachendorf, Geeste, Thuine, Laxten und Ramsel. Es waren insgesamt 15 Vereine, die an der Feier teilnahmen Die Weihe fand auf dem Hofe des Grafen von Galen statt. Von dort begab sich der Festzug zu dem Festplatz auf Frükens Wiese. Auf der Plakette für dieses Schützenfest lesen wir:
Im Jahre 1913 ist König gewesen und hat die Fahne geschenkt der Herr Graf Emanuel von Galen Herr zu Beversundern. Die Königin ist die Frau Gabriele von Galen geborene Gräfin von Beroldingen.


 

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